Medizinisches Cannabis

Medizinisches Cannabis hat sich zunehmend als therapeutisches Mittel etabliert. In Deutschland sind die ärztliche Verschreibung und Abgabe über Apotheken geregelt, was sicherstellt, dass Patienten Zugang zu qualitätsgesichertem Cannabis für medizinische Zwecke haben. In der St. Ulrich-Apotheke in Peißenberg beraten wir Sie zum Thema medizinisches Cannabis und beantworten diskret Ihre Fragen. Lösen Sie Ihr Rezept gern bei uns ein.

Was ist medizinisches Cannabis?

Medizinisches Cannabis bezieht sich auf die Verwendung der Cannabis sativa-Pflanze (Gattung: Hanf) und ihrer extrahierten Inhaltsstoffe, hauptsächlich Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), zur Behandlung von Symptomen oder Krankheiten. Im Unterschied zum Freizeitgebrauch, der oft wegen der psychoaktiven Wirkung erfolgt, liegt der Fokus beim medizinischen Einsatz auf der Linderung spezifischer Symptome oder Krankheiten.

Braunes Glasgefäß mit grünem Schraubdeckel, gefüllt mit getrockneten Blütenständen, steht auf einem Holztisch; davor liegt ein grünes, gezacktes Blatt mit mehreren schmalen Fingern; im Hintergrund ist unscharf eine Person zu sehen, die mit einem Stift auf Papier schreibt.

Wie wirkt medizinisches Cannabis?

THC
Tetrahydrocannabinol

Grafische Darstellung der chemischen Strukturformel von Tetrahydrocannabinol; ein mehrteiliges Ringsystem mit eingezeichneten Doppelbindungen und einer seitlichen Alkylkette ist dargestellt, beschriftet mit „CH3“, „OH“ und „H“.

THC und CBD sind die zwei Hauptkomponenten von Cannabis, die in der Medizin genutzt werden. THC ist der psychoaktive Bestandteil, der auch für die schmerzlindernden Eigenschaften verantwortlich ist.

CBD
Cannabidiol

Grafische Darstellung der chemischen Strukturformel von Cannabidiol; ein mehrteiliges Ringsystem mit eingezeichneten Doppelbindungen ist dargestellt, beschriftet mit „CH3“, „OH“ und „H“, zusätzlich ist eine seitliche Alkylkette mit endständiger „CH3“-Gruppe sichtbar.

CBD hingegen hat keine psychoaktiven Effekte und wird für seine entzündungshemmenden, angstlösenden und anti-epileptischen Eigenschaften geschätzt.

Beide Substanzen wirken durch die Interaktion mit dem Endocannabinoid-System des Körpers, das eine Rolle bei der Regulierung von Schmerz, Stimmung, Appetit und anderen Funktionen spielt.

Anwendungsgebiete von medizinischem Cannabis

Medizinalhanf wird zur Behandlung einer Vielzahl von Zuständen verwendet, darunter:

Chronische Schmerzen

Besonders bei Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Rheuma und Arthritis kann Cannabis Schmerzen lindern.

Eine Person mit grauem Haar sitzt im Freien auf einer Bank, trägt eine blaue Steppjacke und graue Hose und hält die Hände ineinander verschränkt; im Vordergrund sind unscharfe Pflanzen zu sehen, im Hintergrund Bäume und ein Weg.

Neurologische Störungen

Bei Krankheiten wie Epilepsie und Parkinson kann Cannabis zur Reduzierung von Symptomen wie Muskelkrämpfen oder Tremor beitragen.

Person mit kurzem, grau meliertem Haar und grünem Schal blickt im Freien nach oben; warmes Sonnenlicht beleuchtet das Gesicht von der Seite, im Hintergrund sind unscharfe Bäume und herbstlich gefärbte Vegetation zu sehen.

Psychische Störungen

In einigen Fällen wird Medizinalhanf bei der Behandlung von Angststörungen und Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) eingesetzt.

Person mit mittellangem, leicht gewelltem Haar und geschlossen Augen hält beide Hände im Haar; sie trägt einen grob gestrickten, grünen Pullover und ist von grünen Blättern umgeben, die den Vordergrund teilweise einrahmen.

Übelkeit und Erbrechen

Besonders bei Krebspatienten, die eine Chemotherapie erhalten, kann Cannabis helfen, Übelkeit zu kontrollieren.

Ältere Person mit kurzem grauem Haar und grauem Bart steht im Freien im warmen Sonnenlicht, trägt ein kariertes Hemd und hält beide Hände an die Brust; im Hintergrund sind unscharfe Bäume und helle Lichtreflexe zu sehen.

Appetitlosigkeit

Cannabinoide werden bei Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei schweren Erkrankungen wie HIV/AIDS verordnet.

Weißer, runder Teller mit leicht erhöhtem Rand steht auf einer glatten, hellgrünen Oberfläche; weiche Schatten von Blättern fallen über den Hintergrund und teilweise über den Teller.
Bei diesen Krankheitsbildern genehmigen die Krankenkassen in der Regel die Verordnung. Es ist wichtig zu betonen, dass die Anwendung von medizinischem Cannabis strengen medizinischen Richtlinien folgt und nur unter Aufsicht eines qualifizierten Mediziners erfolgen sollte.

Cannabispräparate aus der St. Ulrich-Apotheke in Peißenberg

Blüten versus Extrakte

Die getrockneten Blüten der Cannabis-Pflanze werden in der Regel durch Vaporisieren/Verdampfen inhaliert. Blüten enthalten das gesamte Spektrum an Cannabinoiden, Terpenen und anderen Wirkstoffen, die in der natürlichen Zusammensetzung der Pflanze vorkommen. Sie wirken deutlich schneller als Extrakte.

Extrakte sind konzentrierte Formen von Cannabinoiden, die aus der Cannabis-Pflanze gewonnen werden. Sie kommen in verschiedenen Formen vor, darunter Öle, Tinkturen, Harze und Kapseln. Extrakte sind oft standardisiert, um eine konsistente Konzentration spezifischer Cannabinoide wie THC (Tetrahydrocannabinol) oder CBD (Cannabidiol) zu gewährleisten. Dies ermöglicht eine genauere Dosierung und kann für Patienten attraktiv sein, die einen hohen Wirkstoffgehalt benötigen.

Person mit langem dunklem Haar trägt weißen Laborkittel und Einweghandschuhe und hält eine Pipette über ein kleines Glasgefäß mit grünem Pflanzenmaterial; im Vordergrund stehen mehrere braune und weiße Flaschen, im Hintergrund Regale mit weiteren Behältern und Pflanzen.

Wie ist der rechtliche Rahmen für medizinisches Cannabis in Deutschland?

Mit der Entscheidung des Bundesrats am 22. März 2024 wurde eine Teillegalisierung von Cannabis durchgeführt. Medizinisches Cannabis wird nun nicht mehr als Betäubungsmittel klassifiziert. Dies erleichtert die Verschreibungsprozesse erheblich. Ärzte können jetzt mit einem elektronischen Rezept medizinisches Cannabis verschreiben. Medizinisches Cannabis wird ausschließlich in Apotheken abgegeben, was nach wie vor die Qualität und Sicherheit für die Patienten gewährleistet.

Medizinisches Cannabis bietet für viele Patienten eine wertvolle Therapieoption, insbesondere dort, wo herkömmliche Behandlungen keine ausreichende Linderung bieten. Wie bei jeder medizinischen Behandlung sind jedoch eine sorgfältige Abwägung und medizinische Überwachung erforderlich, um Sicherheit und Wirksamkeit zu gewährleisten. Wenn Sie glauben, dass medizinisches Cannabis eine Option für Ihre Behandlung sein könnte, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um mehr über Ihre Möglichkeiten zu erfahren.

FAQ Medizinisches Cannabis

Wie erhalte ich ein Rezept für medizinisches Cannabis?
Um ein Rezept für medizinisches Cannabis zu erhalten, müssen Sie zunächst einen Arzt oder Facharzt konsultieren. Nach einer sorgfältigen Prüfung Ihrer medizinischen Vorgeschichte und bestehenden Behandlungen kann der Arzt bei medizinischer Notwendigkeit ein elektronisches Rezept ausstellen, das Sie in unserer Apotheke einlösen können. Versicherte können medizinisches Cannabis erhalten, wenn keine andere anerkannte und dem medizinischen Standard entsprechende Behandlung verfügbar ist oder in Frage kommt. Zudem muss die begründete Erwartung bestehen, dass Cannabis den Krankheitsverlauf positiv beeinflusst oder starke Beschwerden lindert.
Welche Nebenwirkungen können Cannabisarzneimittel haben?
Wie bei jedem Medikament können auch bei der Verwendung von medizinischem Cannabis Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten zählen Schwindel, trockener Mund, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche. Allerdings treten diese Effekte meist bei Therapiebeginn auf und vergehen dann wieder. Es ist wichtig, dass Sie mögliche Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt besprechen, um sicherzustellen, dass Sie sicher und effektiv behandelt werden.
Kann ich Medizinalcannabis zusammen mit anderen Medikamenten einnehmen?
Es ist entscheidend, dass Ihr Arzt über alle Medikamente informiert wird, die Sie einnehmen, da Cannabis Wechselwirkungen mit anderen Substanzen haben kann. Er kann sicherstellen, dass die Kombination Ihrer Medikamente sicher ist. Das qualifizierte Fachpersonal der St. Ulrich-Apotheke in Peißenberg berät Sie auch über mögliche Wechselwirkungen.
Beeinträchtigt medizinisches Cannabis die Fahrtüchtigkeit?
Der Konsum von Cannabis kann Ihre Fähigkeit, Fahrzeuge zu führen oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Im Zuge der Cannabis-Legalisierung im Jahr 2024 wurde ein neuer Grenzwert für THC im Straßenverkehr eingeführt. Dieser liegt bei 3,5 Nanogramm pro Milliliter Blutserum und entspricht einer Beeinträchtigung, wie sie etwa bei 0,2 Promille Alkohol vorkommt.

St. Ulrich-Apotheke
Hauptstraße 116
82380 Peißenberg


0 88 03 / 8 60 0 88 03 / 6 39 40 14 info@apotheke-peissenberg.de


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